Eichen-Feuerschwamm (Fomitiporia robusta): Erkennen und Bedeutung für die Baumkontrolle

Pilzlexikon · Weißfäule

Eichen-Feuerschwamm

Fomitiporia robusta (früher Phellinus robustus)

Eichen-Feuerschwamm (Fomitiporia robusta): typisches Erscheinungsbild
Foto: Henk Monster, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
  • Fäuletyp: Weißfäule
  • Befallene Baumteile: Stamm, Krone
  • Wirte: Alteichen; andere Wirte sind selten
  • Fruchtkörper: Mehrjährige, sehr harte Fruchtkörper, ganzjährig sichtbar

Erkennen am Baum

Knollige bis konsolenförmige, extrem harte Fruchtkörper, rostbraun bis graubraun mit rundlicher, oft rissiger Oberfläche und feinporiger, zimtbrauner Unterseite. Sitzt bevorzugt an alten Aststummeln, Astabbrüchen und Stammwunden der Eiche, gern in mehreren Metern Höhe und leicht zu übersehen.

Womit man ihn verwechselt

Andere Feuerschwamm-Arten und junge Zunderschwämme. An Eiche ist bei knollig-rostbraunen, steinharten Fruchtkörpern der Eichen-Feuerschwamm die erste Annahme; die genaue Art ist für die Bewertung nachrangig, die Position am Baum nicht.

Die Fäule und ihre Folgen

Langsam fortschreitende Weißfäule im Kernholz von Stamm und Starkästen der Eiche. Die Zersetzung bleibt oft über Jahre lokal begrenzt, höhlt die befallene Achse aber kontinuierlich aus.

Klassischer Höhlenbildner der Alteiche: Über dem Fruchtkörper liegt fast immer eine ausgehöhlte Zone im Stamm oder Starkast. Wegen der langsamen Dynamik oft über Jahre tragfähig, aber Ausbrüche von Starkästen an Straßen und Plätzen sind das typische Schadensbild. Zugleich ein wertvoller Habitatbaum-Anzeiger (Höhlen, Mulm).

Was der Fund für die Baumkontrolle bedeutet

Befallshöhe kartieren, Resttragfähigkeit der betroffenen Achse per Bohrwiderstandsmessung prüfen (bei Kronenbefall mit Seilklettertechnik), Höhlungen endoskopisch ansprechen, auch mit Blick auf Artenschutz. Bei langsamer Dynamik ist die Verlaufskontrolle mit dokumentierten Wiederholungsmessungen oft der bessere Weg als der schnelle Eingriff.

Wichtiger Hinweis: Dieses Lexikon unterstützt die Ansprache am Baum. Es ersetzt weder die sichere Artbestimmung (im Zweifel gehört sie in fachkundige Hände, ggf. mit Mikroskopie) noch die Bewertung der Verkehrssicherheit im Einzelfall. Zur Essbarkeit von Pilzen treffen wir grundsätzlich keine Aussagen: Es geht hier um Baumstatik, nicht um Speisepilze.

Fachliche Grundlagen u. a.: Klug/Lewald-Brudi: Holzzersetzende Pilze (2020) · Dujesiefken et al.: Baumkontrolle unter Berücksichtigung der Baumart (2021) · FLL-Richtlinien für eingehende Untersuchungen (2013).