Wie alt ist ein Baum? Ohne Pflanzunterlagen oder Bohrkern lässt sich das Alter nur
schätzen, aber es lässt sich fundiert schätzen. Das gängige Verfahren geht auf den
britischen Dendrologen Alan Mitchell zurück: Der Stammumfang wächst bei vielen Arten um
einen erstaunlich gleichmäßigen Betrag pro Jahr. Teilt man den gemessenen Umfang durch
den artspezifischen Jahreszuwachs, erhält man das ungefähre Alter.
Dieser Rechner arbeitet mit artspezifischen Zuwachsspannen aus der Fachliteratur statt
mit einer Pauschalzahl, und er berücksichtigt den Standort: Ein freistehender Baum mit
voller Krone legt deutlich schneller zu als ein bedrängter Baum im Bestand. Gemessen wird
der Stammumfang in rund 1,30 Meter Höhe.
Maßband um den Stamm, ca. 1,30 m Höhe
bestimmt die Zuwachsspanne
grenzt die Spanne ein
mit Boden, Wasserversorgung, Lichtstellung und Pflegegeschichte. Junge Bäume wachsen
deutlich schneller als der Mittelwert, sehr alte Bäume legen kaum noch zu, weshalb das
Verfahren hohe Alter eher unterschätzt. Gekappte oder mehrfach zurückgeschnittene Bäume
lassen sich so gar nicht seriös einordnen. Für Wertermittlung, Naturdenkmal-Verfahren oder
gerichtliche Auseinandersetzungen reicht eine Schätzung aus dem Umfang nicht, dort zählt
die gutachterliche Ansprache am Baum.
Warum das Alter überhaupt interessiert
Das Baumalter fließt in die Wertermittlung nach der Methode Koch ein, spielt bei
Baumschutzsatzungen und Fällanträgen eine Rolle und hilft bei der Einschätzung, in welcher
Lebensphase ein Baum steht. Ein 40 Jahre alter Ahorn mit Totholz erzählt eine andere
Geschichte als ein 140 Jahre alter mit demselben Befund.
Verkehrssicherheit oder Fällantrag: Wir liefern die belastbare Aussage mit Ortstermin
und prüffähiger Dokumentation. Mehr zur
Baumkontrolle oder direkt anfragen.
Verfahren nach Mitchell, artspezifische Zuwachsspannen aus mehreren
Literaturquellen (u. a. Mitchell sowie Kappel und Mattheck). Ergebnisse sind Näherungswerte.