Arbovia — Baumkataster
Ein Baumkataster, das von Baumkontrolleuren gebaut wurde.
Erfassung, Kontrolle, Maßnahmen und Fristen in einer Anwendung — im Browser, ohne Installation und ohne GIS-Kenntnisse. Draußen auf dem Handy, drinnen am Schreibtisch, und Ihre Daten jederzeit vollständig exportierbar.
Nicht am Markt vorbei entwickelt
Arbovia ist nicht als Produkt entstanden, sondern als Werkzeug für den eigenen Betrieb. Über 100.000 Baumkontrollen und mehr als 650 eingehende Untersuchungen laufen jedes Jahr darüber — jeden Arbeitstag, bei jedem Wetter, von denselben Leuten, die die Software gebaut haben. Was im Feld nicht funktioniert, fällt uns als Ersten auf.
Sechs Fragen, die Sie vor einer Einführung stellen
Und die Antworten darauf.
„Brauche ich dafür unsere IT-Abteilung?”
Nein. Arbovia läuft im Browser — keine Installation, keine Lizenzverwaltung, keine Server im Haus. Wer eine Tabelle bedienen kann, kann Bäume erfassen. GIS-Kenntnisse sind nicht nötig, die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer ist nicht begrenzt.
„Funktioniert das draußen?”
Dafür ist es gebaut. Große Schaltflächen für die Bedienung mit Handschuhen, robuste Outdoor-Geräte, und die Position auf Wunsch zentimetergenau per RTK-GNSS in ETRS89/UTM32. Der Baum wird dort erfasst, wo er steht — nicht abends am Schreibtisch aus Notizen nachgetragen. Und wo kein Mobilfunknetz ist, arbeiten Sie offline weiter — mehr dazu weiter unten.
„Komme ich da auch wieder raus?”
Jederzeit und vollständig. Ihr Bestand lässt sich als Shapefile, GeoPackage oder GeoJSON exportieren — mit allen Attributen, nicht nur mit den Koordinaten. Zusätzlich steht je Mandant ein OGC-konformer WFS bereit, über den Ihre Fachverfahren die Daten direkt beziehen können.
Das ist bewusst so gebaut. Die größte Sorge vor einer Fachanwendung ist nicht der Preis, sondern in fünf Jahren nicht mehr herauszukommen. Ihre Daten gehören Ihnen.
„Hält die Dokumentation einer Prüfung stand?”
Die Verkehrssicherungspflicht wird nicht durch Kontrollieren erfüllt, sondern durch nachweisbares Kontrollieren. Arbovia führt jede Kontrolle mit Datum, Befund, Maßnahme und nächstem Kontrolltermin — lückenlos und je Baum nachvollziehbar. Fristen laufen nicht stillschweigend ab, und vor jedem Prüfbericht kontrolliert der eingebaute Wächter den gesamten Durchgang: Trägt jede letzte Kontrolle ein Verkehrssicherheits-Urteil? Liegt jedes Intervall innerhalb der FLL-Matrix? Ist jede Distanzkontrolle begründet? Erst dann geht der Bericht hinaus.
„Behalte ich bei tausenden Bäumen den Überblick?”
Der Maßnahmenmanager bündelt alle offenen Arbeiten über den gesamten Bestand — filterbar nach Liegenschaft, Art der Maßnahme, Dringlichkeit und Status. Damit wird aus einer Liste von Einzelbefunden eine Arbeitsplanung, die sich an einen Betriebshof oder einen Dienstleister übergeben lässt.
Die Kette schließt sich beim Ausführenden: Baumpfleger erhalten einen eigenen Zugang, sehen nur die für sie freigegebenen Liegenschaften und ihre Aufträge, fahren den Baum per Klick mit der Navigations-App an und dokumentieren die Ausführung direkt am Smartphone mit Datum, Name, Bemerkung und Nachweisfotos. Beauftragung und Ausführung werden unveränderlich protokolliert und erscheinen im Prüfbericht. Vom Befund bis zum Ausführenden ist alles belegbar.
Fotodokumentation gehört dabei überall dazu: bei der Kontrolle, in der Baubegleitung, bei der Artenschutz-Vorprüfung und bei der Ausführung der Maßnahmen. Jedes Foto hängt am richtigen Baum und am richtigen Vorgang.
„Müssen wir das ausschreiben?”
Das hängt vom Auftragswert und den für Ihren Auftraggeber geltenden Vergabevorschriften ab — häufig ist eine Direktvergabe möglich. Und der erste Schritt kostet ohnehin nichts: Schicken Sie uns Ihren vorhandenen Bestandsexport, wir lesen ihn ein und Sie sehen Ihren eigenen Baumbestand in Arbovia, bevor Sie sich entscheiden.
Kein Netz? Kein Problem.
Alleen im Außenbereich, Waldränder, Bahndämme — genau dort stehen die Bäume, und genau dort fehlt oft der Empfang. Dafür gibt es zwei Wege, und Sie wählen den, der zu Ihrem Haus passt:
Gebiete offline mitnehmen
Sie merken ein Gebiet vor der Tour einfach vor — Karte und Bestand werden auf das Gerät geladen. Draußen erfassen und kontrollieren Sie ganz normal weiter, auch ohne jede Verbindung. Sobald wieder Netz da ist, gleicht sich alles ab.
Oder gleich in QGIS arbeiten
Ihre GIS-Fachleute bleiben in ihrer gewohnten Umgebung: Mit dem Arbovia-Plugin für QGIS laden Sie Ihre Liegenschaften auf das Gerät und arbeiten vollständig offline weiter — Kontrollen, Flächenkontrollen, artenschutzrechtliche Vorprüfungen und Baubegleitungs-Begehungen erfassen, neue Bäume setzen, auf Wunsch zentimetergenau per RTK. Zurück im Netz genügt ein Knopf, und alles Erfasste gleicht sich mit dem Kataster ab.
Was andere Kataster nicht können
Ihr Bestand, gegengeprüft mit amtlichen Luftbild- und Laserscandaten
Arbovia wertet die kostenfrei verfügbaren Daten der Landesvermessung aus — Laserscan und Infrarot-Luftbilder. Daraus entstehen drei Dinge, die ein reines Erfassungssystem nicht liefert:
- Vorverortung neuer Bäume. Vor der Ersterfassung liegen die Standorte samt Höhe und Kronendurchmesser bereits auf der Karte. Das verkürzt die Aufnahme im Feld erheblich. Ehrlich gesagt: eine Vorverortung, kein Vollzensus — im Bestand wird geprüft und ergänzt.
- Prüfung Ihrer erfassten Baumhöhen. Geschätzte Höhen weichen regelmäßig deutlich nach unten ab. Arbovia vergleicht jede Höhe gegen den Laserscan und meldet, wo die Abweichung eine andere Steigerklasse bedeutet.
- Kronenschirmfläche und Überschirmungsgrad je Fläche oder Quartier — die Datengrundlage für Hitzevorsorge und Klimaanpassung.
Warum das Geld spart
Die im Kataster hinterlegte Baumhöhe bestimmt, welche Hubarbeitsbühne bestellt wird. Ist sie zu niedrig erfasst, steht am Einsatztag das falsche Gerät am Baum — und der Nachtrag geht an den Auftraggeber. Bei einer Stichprobe von 584 Bäumen war rund jeder zehnte um acht Meter oder mehr zu niedrig eingetragen. Arbovia meldet solche Fälle vorab im Klartext.
Für Straßenbaulastträger
Jeder Baum mit Abschnitt und Station
Wer Straßenbäume verwaltet, braucht keine Adresse, sondern eine Netzposition. Arbovia führt jeden Baum zusätzlich mit Abschnitt und Station im Straßennetz, einschließlich der Zuordnung über den Fallbereich und der Trennung nach Flurstücken. Damit passen die Daten in die Systematik, in der Straßenmeistereien und Landesbetriebe ohnehin arbeiten — statt in eine Grünflächenlogik übersetzt werden zu müssen.
Ein Datensatz, drei Pflichten
Vom selben Baum zur Artenschutzprüfung und zur Baubegleitung
Der Baum, den Sie für die Verkehrssicherung erfasst haben, ist derselbe, für den vor einer Fällung der Artenschutz zu prüfen ist — und derselbe, der auf der nächsten Baustelle geschützt werden muss. In Arbovia bleiben diese drei Aufgaben an einem Datensatz, statt in drei getrennten Listen zu leben.
Artenschutzrechtliche Vorprüfung (saP, Stufe I)
Relevanzprüfung nach § 44 BNatSchG direkt am Baum: Begehungsprotokoll mit Witterung und Methodik (Sichtprüfung, Fernglas, Endoskop, Klopfprobe), Habitatstrukturen von der Spechthöhle bis zum Mulmkörper, Besiedlungsspuren — und die Abschichtung der Artengruppen mit dokumentierter Begründung, wie es das NRW-Methodenhandbuch verlangt. Am Ende steht ein Sammelbericht über alle geprüften Bäume.
Die Habitatstrukturen sind dabei kein Freitextfeld, sondern ein vollständiger Katalog der Baummikrohabitate: 52 Typen nach dem WSL-Taschenführer (Bütler, Lachat, Krumm, Kraus, Larrieu; 2. überarbeitete Auflage 2025), von der Spechthöhle über die Rindentasche bis zur Blitzrinne, für die Felderfassung in Gruppen sortiert. Gruppen mit Quartierpotenzial für Fledermäuse und Vögel sind gekennzeichnet und stehen im Formular vorn: Aus dem Befund wird direkt der Kandidat für die endoskopische Prüfung. So wird aus der Pflichtprüfung ein Habitatinventar, das bei jeder späteren Fällungs- oder Baudiskussion bereits vorliegt.
Baumschutzfachliche Baubegleitung (BaumBB)
Für jedes Bauvorhaben ein eigener Vorgang — getrennt von der Regelkontrolle, auf Grundlage von R SBB (2023), DIN 18920 und ZTV-Baumpflege: Schutzkonzept je Baum (Tabuzone, Wurzelvorhang, Bodenschutz, grabenlose Verlegung), und bei jeder Begehung wird jede festgelegte Maßnahme als Soll-Ist abgefragt. Verstöße sind damit dokumentiert, bevor sie teuer werden — und der Abschlussbericht entsteht auf Knopfdruck.
Betrieb, Daten und Belastbarkeit
Hosting in Deutschland
Betrieb auf deutschen Servern, getrennte Mandanten, rollenbasierte Rechte bis auf die einzelne Liegenschaft. Auftragsverarbeitungsvertrag selbstverständlich.
Auch für große Bestände
Im Lasttest mit fünf Millionen Bäumen, davon ein halbe Million in einem einzigen Mandat, blieben die Abfragen im Millisekundenbereich. Zehntausend Bäume sind kein Sonderfall.
Ihr Name auf dem Bericht
Prüfberichte erscheinen auf Wunsch mit Ihrem Logo und Ihrer Absenderzeile — für Ämter ebenso wie für Büros, die im Kundenauftrag kontrollieren.
Sehen Sie Ihren eigenen Bestand darin
Schicken Sie uns Ihren vorhandenen Bestandsexport — Excel, Shapefile, GeoPackage oder GeoJSON. Wir lesen ihn ein und Sie sehen Ihre eigenen Bäume in Arbovia, mit Karte, Fristen und offenen Maßnahmen. Ohne Kosten und ohne Verpflichtung.
Bestandsexport einreichenHäufige Fragen
Müssen wir unser bisheriges Kataster aufgeben?
Nein. Wir lesen vorhandene Bestände aus den gängigen Formaten ein. Sie können Arbovia zunächst für eine einzelne Liegenschaft nutzen und erst später entscheiden.
Was passiert mit unseren Daten, wenn wir aufhören?
Sie exportieren sie vollständig — mit allen Attributen, Kontrollhistorien und Maßnahmen. Es gibt keine Ausfuhrsperre und keine Datenformate, die nur wir lesen können.
Brauchen unsere Leute eine Schulung?
Für die Erfassung im Feld in der Regel nicht — das Formular führt durch die Aufnahme. Für Auswertung, Fristenplanung und Berichte bieten wir eine Einweisung an, meist genügt ein halber Tag.
Können mehrere Ämter oder Dienstleister gleichzeitig arbeiten?
Ja. Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer ist nicht begrenzt, und Rechte lassen sich bis auf die einzelne Liegenschaft vergeben. Ein beauftragtes Büro sieht genau das, wofür es zuständig ist.
Funktioniert die Erfassung auch ohne Mobilfunknetz?
Ja, auf zwei Wegen: Gebiete lassen sich vorab auf das Gerät laden und offline bearbeiten, und für GIS-Abteilungen gibt es das Arbovia-Plugin für QGIS — damit wird der Bestand direkt in QGIS gepflegt, ganz ohne Verbindung.
Ersetzt die Software die Baumkontrolle?
Nein. Sie ersetzt die Verwaltung darum herum. Die fachliche Beurteilung bleibt Aufgabe qualifizierter Baumkontrolleure — auf Wunsch übernehmen wir sie, auf Wunsch Ihr eigenes Personal.