Pilzlexikon · Weißfäule
Samtfußrübling
Flammulina velutipes
- Fäuletyp: Weißfäule
- Befallene Baumteile: Stamm, Krone
- Wirte: Weichhölzer wie Weide und Pappel, daneben Linde, Holunder und Obstbäume
- Fruchtkörper: Der Winterpilz schlechthin: Fruchtkörper von November bis in den Spätwinter, frosthart
Erkennen am Baum
Kleine bis mittelgroße, büschelig wachsende Hüte, honiggelb bis orangebraun und bei feuchtem Wetter deutlich schmierig; unverkennbar ist der samtige, dunkelbraune bis schwarze Stiel. Erscheint in der kalten Jahreszeit an Rindenschäden, Astabbrüchen und Stammwunden.
Womit man ihn verwechselt
In der Winterhalbzeit gibt es kaum ähnliche Büschelpilze am Stamm; im Herbst Überschneidung mit Schüpplingen und Hallimasch (beide ohne den samtig-schwarzen Stiel).
Die Fäule und ihre Folgen
Weißfäule in geschädigten Stamm- und Astpartien. Meist Schwächeparasit und Totholzbesiedler, der an lebenden Bäumen bestehende Schadstellen weiter zersetzt.
Der Samtfußrübling ist selten der Haupttäter, aber ein brauchbarer Winterzeiger: Er markiert Schadstellen mit aktiver Zersetzung zu einer Jahreszeit, in der sonst wenig zu sehen ist. Statisch relevant wird es, wenn die Büschel großflächig an tragenden Achsen oder an Kopfbäumen erscheinen.
Was der Fund für die Baumkontrolle bedeutet
Befallsstellen dokumentieren und in die Sommerkontrolle übernehmen. Bei tragenden Achsen mit ausgedehntem Befall Restwand per Bohrwiderstandsmessung prüfen; bei Kopfweiden und Pappeln ist meist die Schnittpflege die passende Antwort.
Wichtiger Hinweis: Dieses Lexikon unterstützt die Ansprache am Baum. Es ersetzt weder die sichere Artbestimmung (im Zweifel gehört sie in fachkundige Hände, ggf. mit Mikroskopie) noch die Bewertung der Verkehrssicherheit im Einzelfall. Zur Essbarkeit von Pilzen treffen wir grundsätzlich keine Aussagen: Es geht hier um Baumstatik, nicht um Speisepilze.
Fachliche Grundlagen u. a.: Klug/Lewald-Brudi: Holzzersetzende Pilze (2020) · Dujesiefken et al.: Baumkontrolle unter Berücksichtigung der Baumart (2021) · FLL-Richtlinien für eingehende Untersuchungen (2013).