Schuppiger Porling (Cerioporus squamosus): Erkennen und Bedeutung für die Baumkontrolle

Pilzlexikon · Weißfäule

Schuppiger Porling

Cerioporus squamosus (Polyporus squamosus)

Schuppiger Porling (Cerioporus squamosus): typisches Erscheinungsbild
Foto: Michel Langeveld, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • Fäuletyp: Weißfäule
  • Befallene Baumteile: Stamm, Krone
  • Wirte: Laubbäume, oft an Linde, Ahorn, Pappel, Weide und Rosskastanie, gern an Stadtbäumen mit Schnitthistorie
  • Fruchtkörper: Einjährige Fruchtkörper von Mai bis August, oft in mehreren Schüben

Erkennen am Baum

Große, fächerförmige Hüte mit kurzem, seitlichem Stiel, Oberseite strohgelb bis ockerfarben mit groben, dunkelbraunen, angedrückten Schuppen, Unterseite grobporig cremeweiß. Erscheint einzeln oder zu mehreren direkt aus Wunden, Aststummeln und Höhlungen, häufig in Kopf- und Kronenhöhe.

Womit man ihn verwechselt

Zur Saison durch das geschuppte Fächerbild kaum zu verwechseln. Vertrocknete Reste ähneln alten Seitlingen; die grobe Porenstruktur der Unterseite klärt den Fall.

Die Fäule und ihre Folgen

Weißfäule im Stammkern, meist ausgehend von großen Schnitt- und Anfahrwunden oder Astabbrüchen. Die Zersetzung entwickelt sich im Inneren der Achse hinter der Austrittsstelle des Fruchtkörpers.

Zuverlässiger Anzeiger für Kernfäule hinter alten Wunden, gerade bei Stadtbäumen mit Kappungs- oder Anfahrschäden. Die Statik der betroffenen Achse ist selten akut, aber dauerhaft im Abbau; typisches Schadensbild ist der Ausbruch geschwächter Stämmlinge und Starkäste am Wundpunkt.

Was der Fund für die Baumkontrolle bedeutet

Die Austrittsstelle markiert den Messpunkt: Bohrwiderstandsmessung auf Höhe des Fruchtkörpers zeigt, wie viel tragende Restwand die Achse noch hat. Bei Befall in der Krone Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne einplanen. Einkürzung der betroffenen Achse ist oft die verhältnismäßige Antwort.

Wichtiger Hinweis: Dieses Lexikon unterstützt die Ansprache am Baum. Es ersetzt weder die sichere Artbestimmung (im Zweifel gehört sie in fachkundige Hände, ggf. mit Mikroskopie) noch die Bewertung der Verkehrssicherheit im Einzelfall. Zur Essbarkeit von Pilzen treffen wir grundsätzlich keine Aussagen: Es geht hier um Baumstatik, nicht um Speisepilze.

Fachliche Grundlagen u. a.: Klug/Lewald-Brudi: Holzzersetzende Pilze (2020) · Dujesiefken et al.: Baumkontrolle unter Berücksichtigung der Baumart (2021) · FLL-Richtlinien für eingehende Untersuchungen (2013).