Pilzlexikon · Blattkrankheit ohne Fäule
Ahorn-Runzelschorf
Rhytisma acerinum (Teerfleckenkrankheit des Ahorns)
- Fäuletyp: Blattkrankheit ohne Fäule
- Befallene Baumteile: Krone
- Wirte: Ahorn, am häufigsten Spitzahorn; feuchte, schattige Standorte begünstigen den Befall
- Fruchtkörper: Infektion im Frühjahr, sichtbare schwarze Flecken ab dem Frühsommer, das stärkste Bild zeigen die Blätter im August und September kurz vor dem Laubfall
Erkennen am Baum
Auf der Blattoberseite pechschwarze, glänzende Flecken von etwa 1 bis 2 cm Durchmesser mit runzelig erhabener Oberfläche, oft von einem gelblichen Hof umgeben. Zuerst verfärbt sich das befallene Gewebe gelblich, im Sommer wird es schwarz. Der Befund sitzt ausschließlich am Blatt.
Womit man ihn verwechselt
Der Eintrag steht vor allem wegen einer Verwechslung im Lexikon. Am Ahorn wird schwarz im Gespräch schnell zur Rußrindenkrankheit, und dann steht eine harmlose Blattkrankheit neben einem Befund, der ein Arbeitsschutzthema ist. Die beiden lassen sich an der Ebene trennen: Der Runzelschorf sitzt auf dem Blatt, ist scharf begrenzt, glänzend und lässt sich nicht abwischen. Der Belag der Rußrindenkrankheit sitzt unter der Rinde an Stamm und Ästen, ist pulvrig und färbt ab. Ebenfalls nichts damit zu tun haben Rußtaupilze auf Honigtau, die schmierig sind und sich abwischen lassen.
Die Fäule und ihre Folgen
Kein Holzzersetzer und keine Fäule. Der Pilz lebt im Blattgewebe des Ahorns und überwintert im Falllaub. Holz, Rinde und Wurzeln werden nicht befallen.
Für die Verkehrssicherheit ohne Bedeutung. Auch starker Befall führt allenfalls zu vorzeitigem Laubfall, die Vitalität des Baumes bleibt davon nach Angaben der Pflanzenschutzdienste im Regelfall unberührt. Der Eintrag ist trotzdem nützlich, weil ein auffälliger Befund, der keiner ist, im Kontrollbericht auch so benannt gehört. Anwohner melden diese Flecken regelmäßig als Baumkrankheit; eine ruhige, begründete Einordnung spart auf beiden Seiten Zeit.
Was der Fund für die Baumkontrolle bedeutet
Keine technische Untersuchung nötig, die Ansprache am Blatt genügt. Wichtig ist nur, dass der Blick nicht am Laub hängen bleibt: Fallen am selben Ahorn Rindenrisse, Schleimfluss oder abgelöste Rindenpartien auf, ist das ein eigener Befund und gehört unabhängig vom Runzelschorf geprüft. Vorbeugend hilft, das Falllaub aufzunehmen, weil der Pilz darin überwintert.
Wichtiger Hinweis: Dieses Lexikon unterstützt die Ansprache am Baum. Es ersetzt weder die sichere Artbestimmung (im Zweifel gehört sie in fachkundige Hände, ggf. mit Mikroskopie) noch die Bewertung der Verkehrssicherheit im Einzelfall. Zur Essbarkeit von Pilzen treffen wir grundsätzlich keine Aussagen: Es geht hier um Baumstatik, nicht um Speisepilze.
Fachliche Grundlagen u. a.: Klug/Lewald-Brudi: Holzzersetzende Pilze (2020) · Dujesiefken et al.: Baumkontrolle unter Berücksichtigung der Baumart (2021) · FLL-Richtlinien für eingehende Untersuchungen (2013).