Kiefern-Braunporling (Phaeolus schweinitzii): Erkennen und Bedeutung für die Baumkontrolle

Pilzlexikon · Braunfäule

Kiefern-Braunporling

Phaeolus schweinitzii (Nadelholz-Braunporling)

Kiefern-Braunporling (Phaeolus schweinitzii): typisches Erscheinungsbild
Foto: Norbert Nagel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
  • Fäuletyp: Braunfäule
  • Befallene Baumteile: Wurzel, Stammfuß
  • Wirte: vor allem Altkiefern; auch Lärche, Douglasie und Fichte
  • Fruchtkörper: Einjährige Fruchtkörper von Hochsommer bis Herbst, alte schwarzbraune Reste oft bis ins Folgejahr erkennbar

Erkennen am Baum

Junge Fruchtkörper samtig, gelb- bis rostbraun mit auffällig leuchtend gelbem Zuwachsrand, oft scheinbar aus dem Boden wachsend, tatsächlich an Wurzeln oder Wurzelanläufen, gern auch am Stammfuß. Alte Fruchtkörper werden dunkelbraun bis schwarz und brüchig. Druckstellen färben sich braun.

Womit man ihn verwechselt

Bodenwachsende Fruchtkörper werden gern für harmlose Bodenpilze gehalten, der gelbe Zuwachsrand und der Standort direkt an Wurzelanläufen alter Nadelbäume sind das Warnsignal. Verwechselbar mit dem Wurzelschwamm, der aber eine Weißfäule verursacht; für die Kontrolle ist beides ein Fall für die technische Prüfung.

Die Fäule und ihre Folgen

Intensive Braunfäule in Wurzeln, Stammfuß und unterem Stamm von Nadelbäumen. Das zersetzte Holz zerfällt würfelig und verliert schlagartig an Tragfähigkeit, die Fäule bleibt von außen lange unsichtbar.

Einer der wichtigsten Windwurf-Pilze an alten Kiefern in Parks und Gärten. Weil die Braunfäule in Wurzeln und Stammfuß sitzt, versagt der ganze Baum, nicht ein einzelner Ast. Fruchtkörper am Stammfuß einer Altkiefer mit hoher Sicherheitserwartung sind ein Befund, der nicht auf die nächste Regelkontrolle warten sollte.

Was der Fund für die Baumkontrolle bedeutet

Standsicherheit technisch prüfen: Zugversuch am belaubten beziehungsweise benadelten Baum, ergänzend Bohrwiderstandsmessungen an Stammfuß und Wurzelanläufen zur Abgrenzung der Fäulezone. Wurzelanläufe freilegen und sondieren, Vitalität und Harzfluss dokumentieren. Bei bestätigter Fäule in der Verankerung entscheidet die Rechnung, nicht die Optik.

Wichtiger Hinweis: Dieses Lexikon unterstützt die Ansprache am Baum. Es ersetzt weder die sichere Artbestimmung (im Zweifel gehört sie in fachkundige Hände, ggf. mit Mikroskopie) noch die Bewertung der Verkehrssicherheit im Einzelfall. Zur Essbarkeit von Pilzen treffen wir grundsätzlich keine Aussagen: Es geht hier um Baumstatik, nicht um Speisepilze.

Fachliche Grundlagen u. a.: Klug/Lewald-Brudi: Holzzersetzende Pilze (2020) · Dujesiefken et al.: Baumkontrolle unter Berücksichtigung der Baumart (2021) · FLL-Richtlinien für eingehende Untersuchungen (2013).