Autor: Andreas Klocke, Sachverständiger für Baumstatik · zuletzt fachlich aktualisiert am 16.08.2026
Ausgangslage: Nicht jeder Fall beginnt an einem Baum – dieser beginnt in einer Tabelle. Bei einem Pflegeeinsatz stellte sich eine per Augenmaß geschätzte Baumhöhe als rund acht Meter zu niedrig heraus. Die Folge: Die bestellte Hubarbeitsbühne reichte nicht, eine größere musste her, und der Nachtrag lag im fünfstelligen Bereich. Wir wollten wissen: Einzelfall oder Muster?
Die Messung: Wir haben 584 Katasterbäume mit geschätzten Höhen gegen das amtliche Laserscan-Höhenmodell geprüft – jede erfasste Position, jede Schätzhöhe gegen den gemessenen Wert.
Das Ergebnis: Die Schätzungen lagen im Mittel zu niedrig – und etwa jeder zehnte Baum war um acht Meter oder mehr unterschätzt. Auf Steigerklassen umgerechnet hätte ein erheblicher Teil der Einsätze mit dem falschen Gerät begonnen. Der Einzelfall war keiner: Er war Statistik.
Die Konsequenz: Aus der Auswertung wurde ein Werkzeug – unser Baumkataster Arbovia vergleicht erfasste Höhen automatisch mit dem Laserscan und meldet im Klartext, wenn ein Baum eine größere Arbeitshöhe braucht, als das Kataster vermuten lässt. Bevor das Gerät bestellt ist, nicht danach. Mehr dazu: Baumbestandsanalyse.